Jaime de la Gracia, Kolumbien

 

Uy!!! Dichtung

 

Dein Mund schmeckt nach Schoßhündchen, nach Mamey

Nach Pfirsich, nach Mispel, nach Zuckerapfel

Nach Guajava, nach einem kleinen Kaiman, nach der Frucht des Flaschenbaums, nach

Unreifer Mango, nach Königinnenmango, nach Herzensmango,

Nach der Blüte der Pitayapflanze, nach der Frucht des Schattenbaumes

Nach dem Breiapfel, nach Kardamon,

Nach Ochsenherzapfel, nach Blume warmer Erde, nach

Wurzel kalter Erde, nach Tropfen von Regen von

Milder Erde, du ganz

Schmeckst mir nach Erde meiner Erde, weil

Du gemacht bist aus dem besten meines Staubes,

Mischung aus Schnee und Feuer, Erde und Salz,  aus Wasser

Und Wüste, einer Marihuanazigarette, aus Cumbia, Vallenato,

Aus Guabina, Joropo, Spaziergang, Zote,

Bambuco und allen

Den möglichen Kombinationen dieser Rythmen mit

Anderen Rhythmen, ich verfolge deinen Geruch nach jedem Koitus

Jenen Tiergeruch, den ich unter tausend Gerüchen zu unterscheiden weiß

Anderer Frauen,  ich bin nicht der Krieger,der sucht

In dir  die Ruhe, ich bin der Liebhaber, der dich anstachelt zum

Endgültigen Krieg aller Kriege, gemacht nach unserem

Maß von  unbesiegten Athleten, der

Geliefert wird auf Tod zwischen den Wassern, die kommen von dir und

Von mir, der einzige Krieg, der in der Lage ist, uns zu überleben,

Krieg, den du und ich verloren haben, um ihn wieder zu machen im

Wunsch, uns anzuziehen und abzustoßen

 

 

 

 

 

Dem Nachmittag fehlt ein Haltepunkt

 

Ich bin aus meinem Haus gegangen

Und dem Nachmittag fehlte ein Punkt

 

Und ich bin spät zu den Verabredungen gekommen,

Die mir die Liebe vorgegeben hat …

 

Und das hat mich gerettet.

 

/ Im Meer die Verluste

Zählt man in Tonnen /

 

 

 

 

Übersetzung: Konradin Grossmann

 

 

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Jaime de la Gracia, Manizales, Kolumbien, 1957, er hat veröffentlicht :
Die Träume des Wiegenliedes, 1988, Eröffnungswort, 1994,
Die Oper der verrückten Jahre oder Dichtung zum Entwaffnen, 1995,
Der Erste Tag, an dem der Türke das Meer sah, 1977, Zerstreute Gedichte, 1996,
Dieser Frühling ist kaum ernst zu nehmen, 1977.