Die Blechtrommel

Jaime de la Gracia
 

Es war der Dummkopf Shakespeare, der gesagt hat: Die beste Pädagogik ist die Unterhaltung und bis heute ist dieser Gedanke gültig genug. Kommunikation, Aktion, Rede, Messe in Szene, sind Arbeitselemente des Theaters und das Theater ist ein Teil unseres Alltags.

Wir schwimmen fast blind in der Realität, vor dieser Realität kann nur die Kunst uns retten. Denn wir haben die Chance zurück zu sehen und die Katharsis zu machen.Es ist genau diese Aktion der Kunst, die uns die Möglichkeit zu einer neuen Rekonstruktion gibt.

Im Berliner Maxim Gorki Theater läuft jetzt das Theaterstück nach dem Roman von Günther Grass „ Die Blechtrommel“. In meiner Hand habe ich ein kleines Heft auf dessem schwarzen Umschlag in klaren Buchstaben der Titel des Stücks „Die Blechtrommel“ zu sehen ist. In ihm präsentiert das Ensemble dem Publikum den Inhalt der Inszenierung. Ich öffne das kleine Heft und die Besetzung sagt mir, dass Jan Bosse der Regisseur ist und die Dramaturgie von Andrea Koschwitz. Das kleine Heft weist mich darauf hin, dass ich eine freie Inszenierung sehen werde. OK, ich frage mich, was ist eine freie Inszenierung und erwarte die freie Inszenierung.

Die Konvivenz zwischen dem Experimentellen und der Klassik schafft eine helle spannende Atmosphäre und bringt uns, die Zuschauer, sofort in die Materie - das ist nicht anders als im Roman von Günther Grass. Aber was macht er? Was macht er? Nach dem Kartoffelfeuer, einem Bildergeschenk für das Auge, was macht er, was macht er? Oh nein, oh nein, kommt diese blöde pädagogische lineare Rede, um alle Schönheit kaputt zu machen. Aber warum, warum? Welche Art Fliege hat ihn gebissen, den Regisseur? Okay, alles in Ordnung, sei geduldig, sage ich mir. Geben wir dem Theater eine Chance und, was geschieht, Bingo! Er hat es geschafft, die Szenen verwickeln sich in einem robust turbulenten Fluss, doch abermals kommt die blöde lineare Reederei und schafft das Wunder, alles kaputt zu machen, gnadenlos, wie er, der Regisseur, unsere Geduld auf die Probe stellt. Sagen wir dem theatralischen Narrativ fehlt Kontinuität.

 

Günther Grass kann in Ruhe schlafen, seine Blechtrommel hat ein bisschen was Neues gewonnen.

Berlin. 11.2010

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