MARTA DE AREVALO, Uruguay

 

            XII

 

Ich kann schon nicht mehr umkehren

ich weiß, dass alles mir gegeben werden soll und mir genommen werden wird

ich hebe nichts auf

Ich fordere nichts

 

halluziniert

alleine

in unsinniger Weise

verschwinde ich zwischen dem Glanz, der kommt von meinen Knochen und meinen

verschiedenen Augen

 

tot

verstreut

oder (?)

laufend mit Augen eines Gespenstes.

 

 

 

X

 

 

Ich bin ganz in dir mit meinem spektralen Licht und

Du siehst mich nicht, weil für dich nur sichtbar ist der Hauch

von Erde, der mich umgibt, da mein Licht

blühend von Dunst nicht bis zu deiner Netzhaut gelangt

 

                        du wirst bitter an der Logik

                        und ich zerfalle vor Einsamkeit

 

und nicht wissend, was tun mit mir, die ich weder lebe

noch sterbe, zeichne Zeichen, die man Schrift nennt

und singe neue Schlüssel, die ich insgeheim gelernt habe.

 

 

 

 

 

Übersetzung: Konradin Grossmann

 

 

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MARTA DE ARÉVALO, Montevideo, 1933, Uruguay.
Sie hat veröffentlicht: Romanzen der Villa, Gedichte 1982,
Sie mögen alle Türen öffnen, Gedichte, 1988,
Die Kunst, Lieben zu schmoren, Gedichte 1983,
Akzente in freien Versen, Gedichte, 1990,
Danke für die Zärtlichkeit, Gedichte, 1989,
sie leitet die Zeitschrift Blanco.